Für einen reibungslosen Flughafenbetrieb ist Ground Support Equipment unverzichtbar. Dazu zählen alle Fahrzeuge und Geräte, die Flugzeuge zwischen zwei Flügen bedienen – von Tankfahrzeugen, Bussen und Einsatzfahrzeugen bis hin zu Passagiertreppen und Gepäckförderern.
Da Airlines die Beschaffung und Wartung dieser Flotten selten selbst übernehmen, arbeiten sie mit spezialisierten Dienstleistern wie Alvest Equipment Services (AES) zusammen. AES ist an Hunderten Flughäfen in Europa, Asien und Nordamerika aktiv und Marktführer in den USA und Saudi-Arabien. Grundlage dieses Erfolgs sind hochwertige Services, robuste Prozesse und eine leistungsstarke Softwareplattform: Attune EAM.
Zielsetzung
Vor sechs Jahren erkannte die Alvest-Gruppe, Muttergesellschaft von AES, eine Marktchance im Bereich Ground Support Services. Während Alvest seit Jahrzehnten GSE produziert, zeigte sich, dass die zugehörigen Serviceaktivitäten wie Wartung, Renovierung, Vermietung und Leasing nur eine geringe organisatorische und digitale Reife aufwiesen.
„Als ich in die Branche kam, erwartete ich ein Wartungsniveau ähnlich dem der Airlines. Doch das Gegenteil war der Fall: Der Einsatz eines CMMS oder einer EAM-Lösung war äußerst selten“, berichtet Fabrice Denninger, CEO von AES.
Die Folgen waren spürbar: weitgehend manuelle, papierbasierte Prozesse, ein Fokus auf reaktive statt präventive Wartung und hochqualifizierte Techniker, die Stunden mit administrativen Tätigkeiten verbrachten – etwa dem händischen Erfassen von Messwerten.
Die Beseitigung dieser Schwachstellen versprach zweistellige Verbesserungen in der Anlagenverfügbarkeit und eine deutlich höhere Servicequalität. AES leitete daher eine Ausschreibung ein, um die passende digitale Plattform zu finden.
Herausforderungen meistern
AES entschied sich für Attune EAM anhand klarer Kriterien:
Schnelle Einsatzfähigkeit: Die umfangreichen Standardfunktionen ermöglichten eine zügige Einführung mit minimalem Bedarf an Sonderentwicklungen.
Hohe Robustheit und Flexibilität: Die Plattform ist so leistungsfähig, dass sie bei AES als ERP-System fungiert – weitgehend ohne zusätzliche Drittsoftware
Cloud-Architektur und Mehrsprachigkeit: Ideal für die internationalen Aktivitäten von AES.
Der Implementierungspartner LLP Group spielte eine entscheidende Rolle bei der schnellen und erfolgreichen Einführung. Nach einem sechswöchigen Pilotprojekt mit Boeing startete AES zunächst in den USA, anschließend in Saudi-Arabien und schließlich weltweit.
Ergebnisse erzielen
Heute ist Attune EAM ein zentraler Erfolgsfaktor für AES.
„Bei AES ist die Nutzung von Attune EAM in allen Ländern verpflichtend. Wir haben inzwischen fast tausend Nutzer, und wirklich jeder in unserem Unternehmen arbeitet mit Attune EAM“, erklärt Fabrice Denninger.
Die Plattform bildet das Rückgrat der gesamten Organisation: „Unsere Techniker nutzen Attune EAM Mobile auf ihren Tablets, und alle Bereiche – Backoffice, Vertriebsadministration, Buchhaltung bis hin zum Management – arbeiten in Attune EAM. Wir steuern dort unsere eigene Flotte, die Flotten unserer Kunden, sämtliche präventive und korrektive Wartung, Einsatzplanung, Ersatzteilbestände, Lieferantenbestellungen, Kostenmanagement sowie die Erfassung von Arbeits- und Fremdleistungskosten. Alles läuft über Attune EAM.“
Angesichts dieser zentralen Rolle ist die Systemverfügbarkeit geschäftskritisch und Denninger betont die außergewöhnliche Stabilität: „In fünf Jahren war das System nie nicht verfügbar und das ist für unseren Betrieb absolut entscheidend.“
Zweistellige Steigerung der Anlagenver-fügbarkeit
Die Strategie von AES zeigt deutliche Wirkung. Das Unternehmen arbeitet heute mit führenden Airlines wie Delta und Alaska Airlines an zahlreichen US-Flughäfen zusammen und unterstützt zudem große Logistikakteure wie Amazon, UPS und FedEx. In Saudi-Arabien ist AES mit Aktivitäten an 28 Flughäfen marktprägend vertreten.
Der Erfolg basiert maßgeblich auf messbaren Ergebnissen für die Kunden. In Saudi-Arabien etwa stieg die Anlagenverfügbarkeit durch den Einsatz von Attune EAM von 65 % (Dezember 2020) auf 91 %.
„Das hängt direkt damit zusammen, wie wir Attune EAM nutzen. Früher führten Mechaniker überwiegend korrektive Wartung durch und ließen präventive Maßnahmen aus, wenn sie nach eigenem Ermessen handelten. Heute arbeiten wir datenbasiert – das System zeigt klar, was zu tun ist, statt sich auf Intuition oder persönliche Vorlieben zu verlassen“, erklärt Fabrice Denninger.
Diese gesteigerte Verfügbarkeit und Effizienz sind entscheidend, um hochwertige Services zu liefern und neue Flughäfen zu erschließen – ein zentraler Wachstumstreiber in der Branche.
Produktivitätsgewinne im Umfang meh-rerer Dutzend FTEs
Attune EAM steigert die Produktivität von AES deutlich, indem es zeitintensive Prozesse zentralisiert, digitalisiert und automatisiert.
„Dank Octave Databridge Pro können wir unsere eigenen IoT-Lösungen und vernetzten Geräte nutzen. So erfassen wir automatisch Positionen und Betriebszeiten unserer Flotte und generieren daraus Wartungspläne. In Saudi-Arabien haben wir die Datenerfassung über 28 Flughäfen und 2.000 Geräte hinweg automatisiert. Früher waren dort 25 Mitarbeitende täglich mit administrativen Aufgaben und dem Ablesen von Zählerständen beschäftigt, heute können sie sich wieder auf die Wartung konzentrieren“, erklärt Fabrice Denninger.
Nachhaltigere Abläufe im Luftverkehr unterstützen
Der Erfolg von AES mit Attune EAM hat dazu geführt, dass die Lösung innerhalb der Alvest-Gruppe weiter ausgerollt wurde – unter anderem bei Smart Airport Systems (SAS). SAS unterstützt Airlines dabei, Kraftstoffverbrauch,
CO₂-Emissionen und Lärmbelastung zu reduzieren, indem der Einsatz der kerosinintensiven APU und Triebwerke während der Bodenzeiten minimiert wird. Die Konzepte Engine-OFF und APU-OFF gelten als vielversprechende Hebel für eine klimafreundlichere Luftfahrt.